Gängeviertel zurückgekauft

Anbei zwei Presseerklärungen aus dem Senat, die wir gerne dokumentieren.

Um es kurz zu sagen: Das Gängeviertel ist zurückgekauft, und das ist ein Grund zu feiern, z.B. bei den Veranstaltungen heute Abend.
Der Rückkauf ist ein wichtiger Schritt dafür, dass das Gängeviertel nicht in Investorenhände gerät. Er ist noch kein Garant, dass die zukünftige Entwicklung in unserem Interesse verläuft, aber eine wichtige Voraussetzung.

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15. Dezember 2009/bksm15a

Weg frei für neues Gängeviertel-Konzept

Weiteres Vorgehen des Senats nach Einigung mit Hanzevast

Der Senat hat mit Hanzevast heute eine Vereinbarung über eine Aufhebung der
Verträge zum Gängeviertel beschlossen. Beide Seiten haben sich darauf
verständigt, dass das Projekt ohne den niederländischen Investor fortgeführt
wird. Hanzevast werden Aufwendungen in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro
erstattet.

Der Senat wird nun mit der Künstlerinitiative „Komm in die Gänge“ über eine
neue Nutzungsvereinbarung reden. Im Januar wird dann mit allen Beteiligten
das weitere Verfahren zu künftigen Planungen für das Gängeviertel
besprochen. Bis Ende März sollen die Eckpunkte für ein städtebauliches
Konzept, die architektonische Umsetzung, beteiligte Akteure und mögliche
Finanzierung geklärt sein.

Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk: „Jetzt haben wir die Möglichkeit,
ein neues Konzept für das Gängeviertel zu verwirklichen. Unter
Berücksichtigung der Kriterien Stadtentwicklung, Denkmalschutz,
Künstlernutzung und Wirtschaftlichkeit wollen wir eine tragfähige Lösung für
das Gängeviertel finden.“

Senatorin Prof. Dr. Karin v. Welck: „Selbstverständlich werden wir bei den
weiteren Planungen die Vorstellungen der Künstler einbeziehen. Unser Ziel
ist es, das Gängeviertel zu einem lebendigen, kreativen innerstädtischen
Quartier weiterzuentwickeln.“

Um die Gebäudesubstanz im Gängeviertel zu sichern, wird die Finanzbehörde
nun sofort veranlassen, dass die Häuser winterfest gemacht werden.

Für Rückfragen:

Enno Isermann, Pressesprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Susanne Frischling, Pressesprecherin der Behörde für Kultur, Sport und
Medien
Daniel Stricker, Pressesprecher der Finanzbehörde

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15. Dezember 2009/bksm15

Weitere Entwicklung des Gängeviertels ohne Hanzevast

Der Hamburger Senat hat sich mit der Hanzevast-Gruppe darauf
verständigt, dass das Projekt Gängeviertel ohne eine weitere
Beteiligung des niederländischen Investors fortgeführt wird.

Beide Seiten haben sich auf die Aufhebung der Verträge und die
Rückerstattung der geleisteten Zahlungen verständigt. Hamburg erwirbt
die Rechte an Planungsleistungen (Architektenpläne etc.) und
erstattet Hanzevast einen Teil der entstandenen Aufwendungen.
Insgesamt leistet Hamburg an Hanzevast eine Zahlung in Höhe von knapp
2,8 Millionen Euro.

Im September 2008 hatten der Bezirk Hamburg-Mitte und der niederländisc
he Investor Hanzevast einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Die
Finanzbehörde hatte sich mit Hanzevast auf einen Kaufvertrag für das
Gängeviertel geeinigt, dem auch die Kommission für Bodenordnung
zugestimmt hatte. Das von allen beteiligten Seiten gebilligte
städtebauliche Konzept sah die teilweise Modernisierung von Gebäuden,
den teilweisen Abriss und Neubau sowie eine deutliche Erhöhung der
Baumassen vor. Hanzevast hatte in der Folgezeit entsprechend seinen
vertraglichen Verpflichtungen das Bauvorhaben weiter vorangetrieben
und eine Baugenehmigung beantragt. Diese wurde im September 2009
erteilt. Anschließend wurden vertragsgemäß weitere Kaufpreisraten für
die Grundstücke gezahlt.

Ausgelöst durch Aktionen der Künstlerinitiative „Komm in die Gänge“
hat seit Ende August 2009 eine intensive öffentliche Diskussion über
die Zukunft des Gängeviertels stattgefunden. Dabei standen sowohl die
im städtebaulichen Vertrag vereinbarten Gebäudeabrisse und Neubauten
wie auch das Nutzungskonzept in der Kritik.

Konzeption mit breiterem Konsens ermöglicht

Hanzevast hat in der Vergangenheit für die Vorbereitung des Projekts
und für die Umsetzung der geschlossenen Verträge erhebliche Mittel
aufgewendet. In Anbetracht der aktuellen Diskussion sind sich Hamburg
und Hanzevast darin einig, dass – ungeachtet bestehender Verträge –
eine Umsetzung des bisherigen städtebaulichen Konzeptes weder für den
Investor noch für Hamburg zukunftsweisend ist. Aufgrund der
öffentlichen Diskussion und der noch offenen konzeptionellen und
zeitlichen Fragen bevorzugt Hanzevast einen Ausstieg aus dem Projekt
und ermöglicht Hamburg eine Projektkonzeption mit breiterem
öffentlichem Konsens.

Diese Einigung erfolgt in gegenseitigem Respekt für die jeweiligen
Interessen und das Engagement der Beteiligten.

Für Rückfragen:

Enno Isermann, Pressesprecher der Behörde für Stadtentwicklung und
Umwelt

Susanne Frischling, Pressesprecherin der Behörde für Kultur, Sport
und Medien

Daniel Stricker, Pressesprecher der Finanzbehörde


1 Antwort auf „Gängeviertel zurückgekauft“


  1. 1 Administrator 15. Dezember 2009 um 17:12 Uhr

    Ach ja hier das Veranstaltungsprogramm für heute:

    Gängeviertel das Programm am Dienstag

    Diskussionsreihe, 18:00 bzw. 20:00 Uhr
    „Wie sieht die Stadt aus, in der wir leben wollen?“

    18:00 Uhr: Thalia@Gängeviertel, Kutscherhäuser und Jupibar

    Das Ensemble des Thalia Theaters Hamburg, der Intendant Joachim Lux und seine Mitarbeiter bringen ihre Kunst in die Räume des Gängeviertels. Ab 18.00 Uhr kann man in den Kutscherhäusern und in der Jupibar Monologe, Dialoge, musikalische Momente, Lesungen und Performances in einem gänzlich anderen Kontext erleben. Auch alle anderen Ausstellungsflächen werden an diesem Abend zeitgleich offen sein.

    20:00 Uhr: Diskussion „Räume für Kultur“ im Gängeviertel, Valentinskamp 34 mit:

    - Amelie Deuflhard / Kampnagel, Hamburg
    - Prof. Dr. Volker Kirchberg / Soziologe am Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und
    Künste, Uni Lüneburg
    - Moderation: Ole Frahm / FSK, Hamburg

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